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Neu aufbauen, loslassen und sich selbst wiederfinden

Woche sechs fühlte sich an, als würde alles gleichzeitig passieren. Nicht geordnet, nicht Schritt für Schritt, sondern wie Schichten, die sich übereinanderlegen. Jeder Tag brachte seine eigene Spannung, seine eigene Dynamik, seine eigenen kleinen Brüche. Es war eine dieser Wochen, in denen man nicht wirklich innehält, sondern einfach weitergeht.

 

Es begann mit meinem wöchentlichen Call mit Kansi Ashgari. Natürlich ging es sofort wieder um Samstag. Diese Party hing noch in der Luft, als wäre sie noch nicht ganz vorbei. Manche Nächte ziehen sich einfach weiter, selbst wenn sie längst vorbei sind. Aber viel Zeit, daran festzuhalten, gab es nicht. Julia, Shreibi und ich standen im Büro, haben uns umgesehen und gemerkt: Das hier passt nicht mehr zu uns.

 

Also haben wir alles verändert.

 

Kein langsames Umstellen, kein Planen. Einfach Chaos. Staub in der Luft, Musik laut, Kisten überall. Wir haben Dinge rausgeworfen, die nicht mehr zu uns gehören, und das behalten, was sich richtig angefühlt hat. Möbel verschoben, Räume neu gedacht. Es ging nicht nur um ein Büro. Es ging darum, sich selbst wiederzufinden in diesem Raum.

 

Zwischendurch haben wir Pausen gemacht, weil es nicht anders ging. Kurz durchatmen, dann wieder rein. Und irgendwann, mitten in diesem ganzen Chaos, kam dieser Moment. Wir haben ein Taylor Swift Eras Tour Poster ins Fenster gehängt. Und plötzlich war da etwas. Farbe. Energie. Ausdruck. Es war, als hätte der Raum endlich eine Stimme bekommen.

 

Wir haben weitergemacht. Den Kühlschrank verschoben, den Fernseher gedreht, alles gereinigt, bis unsere Hände nach Staub und Seife gerochen haben. Und als die Sonne unterging, war da dieses Gefühl. Erschöpfung, aber auch Stolz. Dieses Gefühl, etwas geschaffen zu haben, das sich richtig anfühlt.

 

Ich bin an dem Abend früher nach Hause gegangen. Nicht, weil nichts mehr zu tun war, sondern weil man manchmal Ruhe braucht nach so einem Tag. Einfach still sein. Nur mit sich selbst.

 

Am nächsten Morgen war alles schwer. Ich bin ins Gym gegangen, Kopfhörer rein, Alex Hormozi auf die Ohren. „100 Million Dollar Offers“. Und irgendwas daran hat genau getroffen. Es ging nicht nur um Geld, sondern um Klarheit. Um die Frage, wie groß man denkt und ob man sich erlaubt, dieses Spiel wirklich zu spielen.

 

Zuhause habe ich kurz runtergefahren. Meine Katze Flauchy, einfach da, ohne Erwartungen. Dann ging es weiter. Treffen mit Farouk, ihm helfen, seinen Film für das Kino fertigzustellen. Manche Dinge stellt man nicht infrage. Man macht sie einfach.

 

Auf dem Weg haben wir bei unserer Bäckerin gehalten. Ein Ort, der schon so lange Teil von allem ist. Brot, Kaffee, kleine Routinen, die mehr bedeuten, als sie auf den ersten Blick scheinen.

 

Und dann kam die Realität dazwischen.

 

Das Finanzamt. Frist. Druck. Dinge, die sofort erledigt werden müssen. Keine Diskussion. Kein Aufschieben. Und plötzlich bist du wieder in dieser Struktur, die nichts mit Visionen zu tun hat, sondern einfach funktioniert.

 

Und genau in diesem Moment kam etwas hoch.

 

Die Erkenntnis, dass ich immer noch hier bin. In Deutschland. Nicht, weil ich es wollte, sondern weil ich der falschen Person vertraut habe. Jemandem, den ich als Freund gesehen habe. Als Bruder. Und genau das macht es schwer. Nicht der Fehler an sich, sondern das Vertrauen dahinter.

 

Ich habe das lange mit mir herumgetragen. Mich selbst beschuldigt. Mich selbst festgehalten an etwas, das längst passiert war. Und diese Woche hat sich etwas gelöst.

 

Ich konnte wieder zurückschauen. Nicht mit Schmerz, sondern mit Abstand. Kroatien, das Licht dort. Antalya, die Farben. Die Zeit auf den Malediven, in der ich ein komplettes Drehbuch geschrieben habe, ohne dass es sich wie Arbeit angefühlt hat. Momente, die zeigen, dass ich nicht nur existiert habe, sondern wirklich gelebt habe.

 

Und dann kam ein Punkt, der noch tiefer ging.

 

Eine Ehe endet nicht an einem Tag. Sie wird leiser. Über Zeit. Die Intensität verschwindet langsam, bis nur noch ein Rest bleibt. Wir haben zwei Jahre lang versucht, das wiederzufinden. In Etappen, mit Gesprächen, mit Hoffnung.

 

Und diese Woche haben wir entschieden, dass es das war.

 

Kein Drama. Kein lauter Moment. Einfach Klarheit.

 

Sie hat hier in Deutschland ihren Platz gefunden. Sie gehört hierher. Und ich bin innerlich schon lange weitergegangen. Wenn wir diesen Schritt bald offiziell machen, wird es sich nicht wie ein Bruch anfühlen, sondern wie etwas, das längst passiert ist.

 

Und trotzdem weiß ich etwas über mich.

 

Ich finde immer einen Weg.

 

Das ist der Unterschied. Selbst wenn andere aus meiner Energie etwas aufgebaut haben, aus meiner Zeit, meinem Vertrauen, bleibt mir etwas, das ich jederzeit wieder aktivieren kann. Ich kann neu anfangen. Immer.

 

Und dann kam wieder Bewegung.

 

Gary hat mich abgeholt, und plötzlich stand ich in einer Freimaurerloge. Marmorböden, Stille, Räume voller Geschichte. Es hatte etwas Unwirkliches. Fast wie ein Film. Er hat mir alles gezeigt, Orte, die man nicht einfach so sieht. Und mitten darin haben wir etwas gedreht. Spontan, direkt, wie es eben passiert.

 

Am Abend ging es weiter zur AEDT Sommerparty. Menschen aus der Film- und Medienwelt, Produzenten, Investoren. Und ich komme da rein, komplett daneben gekleidet. Kein Dresscode, keine Anpassung. Einfach ich, in einem bunten Taylor Swift Shirt.

 

Und anstatt mich anzupassen, habe ich es gespielt.

 

Ein kurzer Spruch am Eingang, ein bisschen Selbstironie, und plötzlich war es kein Problem mehr. Im Gegenteil. Genau das hat Aufmerksamkeit erzeugt. Die Leute schauen nicht weg, wenn jemand anders ist. Sie kommen näher.

 

Gespräche entstehen. Verbindungen entstehen. Nicht trotz, sondern wegen dieser Andersartigkeit.

 

Die ganze Situation war surreal. High Society, aber gleichzeitig ganz normal. Menschen essen, lachen, reden. Es ist nicht so weit weg, wie es von außen wirkt.

 

Als wir später draußen standen, war die Nacht noch nicht vorbei. Licht, Bewegung, dieses Gefühl, dass alles offen ist.

 

Woche sechs war kein klarer Abschnitt. Es waren viele Dinge gleichzeitig.

 

Ein Raum, der neu entsteht. Eine Beziehung, die endet. Alte Fehler, die losgelassen werden. Erinnerungen, die zurückkommen. Neue Räume, neue Begegnungen.

 

Chaotisch. Intensiv. Echt.

 

Und wenn man mittendrin ist, merkt man, dass es nicht nur passiert.

 

Es hinterlässt Spuren.

 

Das ist Schnitzel Goes to Hollywood. Und das ist erst der Anfang.

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